19 Jul

Google+: Sabine25 oder doch lieber Hans Meier?

Seit einigen Tagen brennt auf bzw. um Google+ eine zunehmend hitzige Diskussion: Ist die Klarnamen-Pflicht berechtigt oder ein Einschnitt in die Anonymität der Nutzer?

 

Der Streit begann in den USA und schwappte nach knapp einer Woche auch nach Deutschland, wo sich ein regelrechtes Gefecht daraus entwickelt hat. Unter den Diskutierenden gibt es eine große Mehrheit, die für das Verbot von Pseudonamen sind, aber auch viele Gegner.

 

Meiner Ansicht nach ist es absolut in Ordnung, die Nutzung des normalen Namens vorzuschreiben. Natürlich verstehe ich das Argument der Anonymität durch Pseudonyme – die Frage ist nur, was will man anonym in einem sozialen Netzwerk? Die “echten” Freunde kennen den eigenen Namen und wenn man seinen Adressatenkreis richtig wählt, kommt man auch nicht mit Unbekannten in Berührung. Wozu dann also tausende “KleineMaus92″, etc.?

 

Weiterhin sehe ich in der Klarnamen-Pflicht eine recht wirksame Methode gegen Spam und Mobbing. Hinter einen Pseudonym versteckt schreibt es sich sehr einfach unnütze, diskriminierende oder anderweitig anstößige Beiträge. Unter dem eigenen Namen denken die meisten Leute wohl eher zwei mal nach, bevor sie ihren Schund in den Online-Äther einspeisen.

 

Bezugnehmend auf meinen vorherigen Artikel: “Warum Google+ doch mehr ist als in Facebook-Klon” sehe ich auch noch ein weiteres “Problem”. Wenn die Integration in zum Beispiel das Kontakte-System vollständig ist und Pseudonyme erlaubt wären, dann hätte ich in meinem Adressbuch auf dem Handy, welches sich mit Google Contacts synchronisiert, mindestens acht “MarcelIrgendwas”, “MartinXX” und so weiter. Bei Veranstaltungen, Konferenzen beispielsweise, bekommt der Veranstalter Teilnehmerlisten voller mehr oder weniger unnützer Angaben. Ein Großteil des möglichen Systems wird mehr oder weniger nutzlos.

 

Ich bin eindeutig für die Klarnamen-Pflicht, aber überzeugt mich ruhig vom Gegenteil.

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